Ausstellung

Die Terrakotta-Armee kommt nach Ulm

Das solltest du über das „8. Weltwunder“ wissen

Über 8.000 Tonsoldaten bewachen die Grabstätte des chinesischen Kaisers Qin Shi Huang. Der Fund wird als die größte archäologische Entdeckung des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Nun kommt die Ausstellung „Die Terrakotta-Armee & das Vermächtnis des Ewigen Kaisers“ ins Blautal-Center.

In den Gruben in Zentralchina vermuten Archäologen rund 8.000 Tonkrieger. Erst ein Viertel davon ist freigelegt.

Das 8. Weltwunder

Als Bauern in der chinesischen Provinz Shaanxi im Jahre 1974 seltsame Ton- und Bronzefragmente entdeckten, war ihnen noch nicht klar, dass sie gerade auf das „8. Weltwunder“ gestoßen waren. Archäologen führten Probebohrungen durch und stellten fest, dass es sich hier um eine der größten archäologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts handelte – die 2.200 Jahre alte Terrakotta-Armee des Ewigen Kaisers Qin Shi Huang Di. Nach und nach kamen mehr Gruben zum Vorschein in denen Tonsoldaten in Schlachtformation über die gigantische Grabanlage wachten.

Auch Streitwägen und berittene Truppen begleiteten den Ewigen Kaiser in den Tod

Ein sensationeller Fund für Forscher

Unter Wissenschaftlern gilt der Fund als Sensation. Gestaltung und Ausstattung der Tonkrieger verraten viel über antike asiatische Kriegsführung und Handwerkskunst. Die Terrakotta-Armee zeigt bis ins kleinste Detail, wie die Streitkräfte des Qin-Reiches im 2. Jahrhundert vor Christus organisiert waren. Infanteristen, Berittene und Armbrustschützen sind gemäß ihrer militärischen Ränge bis ins kleinste Detail nachgebildet. Dabei gleicht kein Krieger dem Anderen. Gesichtszüge, Frisur und Bart sowie Kleidung machen jede Figur zu einem Unikat. Forscher mutmaßen heute, dass rund 700.000 Arbeiter an dem Bau des Mausoleums und der Terrakotta-Armee beteiligt waren.

Repliken wie diese Armbrust geben Aufschluss über die Kriegsführung im antiken China

Eine der größten Grabanlagen der Welt

Über 56 Quadratkilometer erstreckt sich das Mausoleum des Qin Shi Huang Di. Seit 1987 ist die über 2.000 Jahre alte Grabanlage auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. In der chinesischen Antike herrschte der Glauben vor, dass die Grabstätte der Seele im Jenseits als Wohnung diene. Der Kaiser wollte darum alles, was er im Leben besaß, auch nach seinem Tode um sich haben. Neben seiner Armee ließ er sich darum mit zahlreichen Beigaben bestatten, darunter viele Luxusgegenstände und Nachbildungen von Kriegern, Tieren, Beamten und Artisten. Bis heute ist gerade mal ein Viertel der unterirdischen Gruben freigelegt. Viele Schätze dürften also noch in der chinesischen Erde liegen.

Der Ewige Kaiser Qin Shi Huang Di einte die sieben zerstrittenen Reiche Chinas und legte den Grundstein für das „Reich der Mitte“

Der Ewige Kaiser

Der erste Kaiser von China, Qin Shi Huang Di, wird bereits im Alter von 13 Jahren nach dem Tod seines Vaters zum Herrscher des Königreiches Qin ernannt. Zu jener Zeit kämpft Qin mit sechs weiteren Reichen um die Vorherrschaft im Land. Im Alter von 22 Jahren übernimmt der junge König die Regierungsgeschäfte selbst und zieht mit einer gewaltigen Armee in den Krieg. Durch große Kampfkraft, manipulative Bündnisse und geplante Zerschlagung gelingt es ihm, alle „Sieben Streitenden Reiche“ unter seiner Herrschaft zu vereinen. Mit dieser Staatseinigung beginnt das erste feudale Kaiserreich in der Geschichte Chinas.

Der imposante Kaiserthron und traditionelle Kleidung geben einen Einblick in das Hofzeremoniell des Kaisers

Die Ausstellung in Ulm

Bei uns kannst du dich ab dem 7. März auf eine Zeitreise in das historische China begeben. Über 250 Exponate – darunter 150 originalgetreue Repliken der Terrakotta-Krieger – entführen dich in die fernöstliche Geschichte. Krieger in ursprünglicher Bemalung, ein alter Brennofen und neueste Forschungsergebnisse geben Aufschluss über den Herstellungsprozess und die individuelle Beschaffenheit der Figuren. Rekonstruierte Funde von Bronzegespannen, Rüstungspanzern und originalgetreuen Waffen geben einen Einblick in die Kriegsstrategien des alten Chinas.

Unter den 8.000 Terrakotta-Kriegern gleicht keiner dem Anderen. Jede Statue ist ein Unikat.
„Die Armee an sich ist schon beeindruckend, aber man muss immer bedenken, dass sie nur ein kleiner Teil der Ausstattung in der Grabanlage ist“
Janna Klumpp, Kuratorin

Grafiken und Filmsequenzen informieren über die Zeit des ersten Kaisers von China und seine gigantische Grabanlage um die Terrakotta-Armee. Verschiedene Modelle und Texte veranschaulichen die Besonderheiten von Lage, Aufstellung und Fundsituation. In liebevoller Kleinarbeit rekonstruierte chinesische Kleidungsstücke aus verschiedenen Dynastien runden zusammen mit einem eindrucksvollen chinesischen Kaiserthron die Reise in das Reich der Mitte ab.

Originalgetreue Repliken zeugen von der Kunstfertigkeit der Handwerker Chinas

Bisher haben mehr als 1,5 Millionen Besucher die Ausstellung „Die Terrakotta-Armee & das Vermächtnis des Ewigen Kaisers besucht. Vom 7. März bis zum 13. September kannst auch du eine faszinierende Reise zu den Ursprüngen des chinesischen Kaiserreiches antreten.

Mehr über das Reich der Mitte und die passende Fachliteratur findest du übrigens bei unserem Thalia. Fernöstliche Spezialitäten gibt‘s bei Asia Garden und Asia Wok.

03.03.2020

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